«Eine liebe Erzählstimme, das wär’ doch was», meint meine Psychologin nach einem Blick in die Sammlung ungefilterter Gedanken, die sich Dokument1 nennt.
«Was wär’ eine liebe Erzählstimme das doch», macht mein Gehirn draus, während ich zaghaft nicke, weil etwas in mir weiss, dass sie Recht hat.
Eine liebe Erzählstimme.
Was macht eine liebe Erzählstimme aus?
Ist sie zart, rosig, sanft? Hat sie weiche Kanten, ist sie rund geschliffen? Riecht sie nach Sommermorgen und frischem Brot? Schmeckt sie wie zuckersüsse Honigmelone? Wie eine Handvoll himbeerroter Erdbeeren vielleicht? Klingt sie wie ein freudig zwitschernder Vogelschwarm? Oder gleicht sie einer bunt bekleckerten Farbpalette, dem Chaos einer glücklichen Seele?
Eine liebe Erzählstimme.
Diese Erzählstimme ist ganz lieb, glaube ich.
Sie ist sanft, nicht rosig oder zart. Hat einige scharfe Kanten, schleift sie von Zeit zu Zeit. Riecht nach schwülem Sommermorgen und Brot frisch von gestern. Schmeckt wie leicht wässrige Honigmelone, wie eine Handvoll stachelbeerfarbener Erdbeeren. Klingt wie ein noch verschlafener Vogelschwarm. Gleicht einer bunt bekleckerten Farbpalette, dem Chaos einer überforderten Seele.
Was macht eine liebe Erzählstimme aus?
Ich glaube, eine liebe Erzählstimme lebt.
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